Entscheidend im Ernstfall: Brandschutz bei Gewerbegebäuden
Ob Sport‑, Lager‑, Mehrzweckhalle, Werkstatt oder Einkaufszentrum: Die Anforderungen an Gewerbegebäude sind hoch. Im Bau müssen sie wirtschaftlich sein und dann eine hohe Betriebssicherheit gewährleisten. Der Bereich Brandschutz und Explosionssicherheit spielt hierbei eine wichtige Rolle. Wir zeigen, wie der Schaden im Ernstfall minimiert werden kann.
Menschen und Güter schützen
An erster Stelle beim Brandfall steht natürlich der Schutz von Menschen. Wenn ein Gebäude brennt, muss sichergestellt sein, dass die Rauchentwicklung gering und die Konstruktion stabil bleibt, damit Personen in Sicherheit gebracht werden können. Der normierte Brandschutz hat daher eine Feuerwiderstandsdauer für Bauteile von 90 Minuten vorgesehen, um Feuer zu entdecken und Gebäude rechtzeitig zu evakuieren.
An zweiter Stelle steht die Erhaltung von Gütern oder der Betriebseinrichtung. Die meisten Unternehmer unterschätzen, welche enormen wirtschaftliche Folgen ein Feuer haben kann. Es gibt zwar Versicherungen, dennoch wird hier oft vergessen, dass ein Wiederaufbau teuer und zeitaufwändig ist – und sogar Jahre in Anspruch nehmen kann. Trotz Brandfall betriebsfähig zu bleiben, ist entscheidend. Das zeigt auch die Statistik: 70 Prozent der Unternehmen, deren Produktionshallen oder Bürogebäude durch Brände total zerstört wurden, melden in den zwei folgenden Jahren Insolvenz an. Daher gilt es ein Brandschutzkonzept zu integrieren, welches vor allem eines bietet: Sicherheit.
"Der Brandschutz ist bereits integriert: Ab 175 mm Dicke erfüllen Wände aus bewehrten Porenbeton-Elementen ohne zusätzliche Maßnahmen alle Anforderungen an Brandwände."
Am wichtigsten: der Baustoff
Ein entscheidender Faktor für die Brennbarkeit von Hallen und Gebäuden ist das beim Bau verwendete Material. Porenbeton kann hier eine besonders sichere Baustoffwahl sein. Er ist in der höchsten Baustoffklasse A1 eingeordnet. Das bedeutet, dass der Baustoff nicht brennbar ist und im Brandfall weder Rauch noch brennende Gase abgibt. Gleichzeitig haben schon kleine Porenbeton-Elemente die Eigenschaft, auch bei längeren Brandzeiten stabil zu bleiben. Baustoffe der Klasse A1 dürfen zudem nicht brennend abtropfen. In den anderen Baustoffklassen B, B1, B2 und B3 sind brennbare bis leicht entflammbare Baustoffe zusammengefasst.
Hier wütete ein Feuer vier Stunden lang. Während die Lagerhalle links komplett abbrannte, blieb das angrenzende Archiv durch eine Brandwand aus Porenbeton geschützt.
Wirtschaftlich und sicher: eine gute Kombination
Etwa 30 % der Brände entstehen außerhalb eines Gebäudes und dringen dann über die Wände oder das Dach ins Innere ein. Bei der Gebäudehülle ist also besonderer Schutz gefragt. Gleichzeitig soll der Bau einer Halle wirtschaftlich bleiben. Porenbetonwandplatten verbinden die Brandschutzeigenschaften des Baustoffs mit den Vorteilen einer effizienten Bauweise mit großformatigen Massivbauteilen.
Hallen aus Porenbeton können bei entsprechender Planung dazu beitragen, Brände von außen länger aufzuhalten und die Ausbreitung gegenüber bestimmten Leichtbaukonstruktionen zu begrenzen. Das gilt besonders für vollmassive Hallen, deren Dach ebenfalls aus Porenbeton besteht – umliegende Gebäude können dadurch besser geschützt werden. Bei Blechdächern kann es im Ernstfall schneller zu Übergriffen des Feuers kommen, was mit hohen wirtschaftlichen Schäden verbunden sein kann.
Massivbauteile aus Porenbeton können formstabil bleiben, Rissbildung begrenzen und gas- sowie rauchdichte Konstruktionen unterstützen. In ausreichender Dimension widerstehen die Wandplatten einem Feuer bis zu 360 Minuten ohne funktionale Beeinträchtigung.
Schadensbegrenzung bei Explosionen
Explosionen sind besonders gefährlich, denn eine Druckwelle, Splitter oder herumfliegende Bauteile können enormen Schaden anrichten. Auch hier können Montagebauteile aus Porenbeton aufgrund ihrer massiven Bauweise zur Schadensbegrenzung beitragen. Explosionskräfte können zeitversetzt und ausgeglichener an die Befestigungen weitergeleitet werden, die für das Tragverhalten einer Halle relevant sind.
Eine Untersuchung der Universität Karlsruhe hat gezeigt: Eine Hallenkonstruktion aus Porenbeton mit Explosionsluken im Dach hielt im Vergleich zu einer Trapezblech-Hülle einer ca. viermal so starken Explosion stand.
Vielseitig einsetzbar
Bei diesen Bauvorhaben wurden Porenbetonwandplatten verwendet. Weitere Referenzprojekte und mehr Infos sind hier zu finden.
Auf einen Blick
Zuverlässiger Schutz mit wirtschaftlicher Bauweise – Vorteile beim Bau von Hallen mit Porenbeton:
Hohe Temperaturdämpfung: Porenbetonwände können dazu beitragen, die Temperatur auf der feuerabgewandten Seite auch bei längerer Brandbeanspruchung deutlich zu begrenzen.
Schäden begrenzen: Brandwände und Dächer aus Porenbeton können dazu beitragen, ein Eindringen oder eine Ausbreitung von Feuer im Gebäude zu erschweren.
Versicherungsvorteile möglich: Ein gutes Brandschutzkonzept kann sich je nach Versicherer und Risikobewertung positiv auf Versicherungsprämien auswirken.
Nicht nur brandschutzrelevant: Porenbeton kann zu einem ausgeglichenen Raumklima beitragen, besitzt wärmedämmende Eigenschaften, kann Schallschutzanforderungen unterstützen und ist gut zu verarbeiten.
Porenbetonbauteile können im Bereich Brand- und Explosionsschutz über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgehen und im Ernstfall dazu beitragen, Schäden zu begrenzen und den Weiterbetrieb eines Unternehmens zu unterstützen. Zudem lassen sich Gewerbegebäude dank der großformatigen Montagebauteile wirtschaftlich und mit einem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis errichten.